Nomen est Omen - Herbsttraum

 

Nomen est omen

Route Herbsttraum 5 

Am Kressenberg 2205 m

Nach der Forstraße und ca. 20 Minuten Aufstieg auf dem Weg zum Prielschutzhaus, lassen wir den Nebel unter uns und über uns gibt es den vom Wetterbericht versprochenen wolkenlosen Himmel! Nach ca. 2 Stunden sind wir bei der Hütte und ca. 1,15 Std. später beim Einstieg unserer heutigen Kletterroute. Stefan nimmt die erste Seillänge in Angriff und ein nasser Wasserstreifen ist etwas unangenehm, aber dann ist er drüber und beim Stand. Nach ein paar leichteren, nicht immer ganz festen Seillängen sind wir bei der tollen Plattenwand. Der Fels ist sehr gut, die Route gut abgesichert und das Wetter warm und sonnig--- ein Herbstraum! Außer uns ist nur eine Seilschaft weiter drüben in einer anderen Route unterwegs. Über eine Verschneidung gelange ich zu einem steilen, aber griffigen Riss ( hier sind leider nur etwas ältere Sanduhrschlingen), aber dann gibt es wieder 2  Bohrhaken und nach einer glatten Ecke bin ich bis zum Stand unter einem Überhang.  Stefan kommt nach und hat auch gleich ein paar Meter Plattenquergang und anschließend eine steile Rißverschneidung nach oben. Später nehmen die Schwierigkeiten ab und wir erreichen den Grat und kurz darauf den Gipfel. Wir genießen den herrlichen Tag, aber der Abstieg liegt noch vor uns und hier heißt es vorsichtig den verblassten Markierungen durch die Südflanke 1 -2  folgen um den ersten Abseilstand zu erreichen. Von dem großer Felsblock  der kurz vor unserem Abstieg genau über den Weg gedonnert ist, sehen wir zum Glück nur noch die Spuren!  Beim Abseilen ist es günstig ( ganz oben gibt es 2 Abseilstände) vom ersten Stand ca. 25 m  oder vom unteren Abseilpunkt ca. 15 m über einen Überhang hinunter auf eine Platte zu abzuseilen – hier nächster Standplatz ( damit sich das Seil beim Abziehen nicht so leicht verhängt); jetzt kommt man mit einem 55 m Doppelseil gut bis zum Wandfuß hinunter ( lt. Beschreibung gibt es auch Stände für 55 m Einfachseil, haben wir aber nicht alle gesehen). Als das Seil zuletzt abgezogen ist und bei uns liegt sind wir ganz relaxt und nach einer kurzen Rast steigen wir wieder ins Tal ab.

30.9. 2017    Stefan und Franz Kraxberger 

 

 

 

 

Kalbling 2196 m ( Gesäuse Steiermark)

Kalbling 2196 m ( Gesäuse Steiermark)

Südwand Waidhofenerweg 5 (4+A0 )

Wir marschieren von der Klinke-Hütte zum Fuß des Südgrates und rechts davon geht es über tlw. etwas unangenehmes Schrofengelände zum Einstieg unserer heutigen Route ( Bohrhaken). Nach einem kurzen Kamin folgt eine Verschneidung die zu einer Steilstufe führt. Etwas ausgesetzt, aber gut  mit einigen Haken abgesichert, geht es zum nächsten Stand. Durch eine starke Höhenströmung wechselt das Wetter heute rasch von wolkenlosem Himmel mit Sonnenschein, bis zu dunklen Regenwolken. Es folgen noch schöne, aber nicht ganz leichte Kletterstellen und bei der letzten Seillänge vorm Grat, gibt es schon etwas  Regen, aber als es richtig nass wird,  sind wir zum Glück schon in leichtem Gelände, geben das Kletterzeug in den Rucksack und sind 10 Minuten später am Gipfel. Wir steigen über den gemütlichen Normalweg ab und bereits eine halbe Stunde später scheint wieder die Sonne.

Zur Info: alle Stände und auch die Zwischenhaken sind gebohrt; einige Klemmkeile und Friends empfehlenswert 

 

Sommer 2017             Stefan und Franz Kraxberger 

Riffelkopf

Riffelkopf 2230m / NW-Wand 4+

Klettern im Massiv der Zugspitze

Vom Straßenende hinter Garmisch, gönnen wir uns heute eine Zustiegserleichterung und fahren mit der Zahnradbahn bis zur ersten Haltestelle hinauf und gehen von dort in ca. 1,15 Stunden zum Einstieg der Route mit dem etwas eigenwilligen Namen „die Maus, der Tiger und der Käfer“.

 Die erste Seillänge führt uns zu einem steilen, senkrechten Riss, welcher mit einem großen losen Block garniert ist. Vorsichtig schleichen wir daran vorbei und erreichen den schönen, plattigen Wandteil darüber. Der Fels ist fest, rauh und auch griffig, so wie man sich eine Genussroute in diesem Schwierigkeitsgrad vorstellt.

Da die Route auch gut mit Bohrhaken abgesichert ist, gibt es diesbezüglich auch keinen Stress. Der steile Wulst am Ende des Plattenpanzers, wird mit einem ca. 50 m langen Quergang nach rechts umgangen und von dort führt uns die letzte Seillänge hinauf zur Gipfelwiese.  Zum Glück hat das Wetter gehalten, da schon einige dunkle Wolken umherziehen und sich die Zugspitze bereits in Nebel gehüllt hat. 

 

 

Franz Kraxberger                        Sommer 2015

 

Jucaturm NW- Pfeiler

Jucaturm 2350 m / NW-Pfeiler 4

S-Tirol

Im Zuge eines  4-tägigen  Abstechers in  die Dolomiten,  besuchten wir auch  das Stevia Massiv oberhalb von Wolkenstein. Bei herrlichem Wetter marschierten wir gemütlich in ca. 1 Stunde zum Einstieg des „Hüttenpfeilers“.  In den ersten Seillängen gab es ab und zu noch etwas brüchige Passagen, danach wurde der Fels aber immer besser und wir näherten uns den schon von weit unten zu sehenden Felstürmen, von denen auch zwei überklettert werden.

Die Route ist mit Bohrhaken und Sanduhrschlingen ausgestattet und genussreich zu begehen.

 

Am Gipfel genießen wir noch das Dolomitenflair, bevor wir durch die steile Schroffenrinne absteigen.

 

Leonidio - Klettern in Griechenland

Klettern in GriechenlandLeonidio

Wenn das Wetter in Mitteleuropa nicht das tut was es soll, nämlich schneien, muss man sich zwangsläufig um Alternativen umsehen. Wenn schon nicht Schifahren, dann eben klettern. Daher ab in den Süden – Flug nach Athen, weitere 3 Stunden Autofahrt bis Leonidio und Sonne sowie Felsen genießen.


Der kleine Ort und die darüber aufragenden Felswände werden oftmals als neues Kalymnos gepriesen. Nun, ganz so ist es noch nicht, aber das Kletterpotenzial ist durchaus beeindruckend. In den letzten 3-4 Jahren sind hier einige hundert Routen geschaffen worden und es sind immer noch genügend Möglichkeiten vorhanden, damit weitere Klettergenerationen ihrem Erschließerdrang nachgehen können.

Erfreulicherweise beschränken sich die einzelnen Sektoren nicht nur auf „Hardcore- Routen“. In den meisten gibt es mehr als ausreichend „leichte“ Seillängen, die auch den gemäßigten Kletterern (und –Innen) genügend Betätigung für mehrere Tage bieten.

 

 

 

Rock Spot, Douvary und Aresos gehörten zu unseren Lieblingsgebieten. Allesamt von den Brüdern Remy eingebohrt und hervorragend gesichert. Und das besonders schöne daran – es waren fast keine anderen Leute unterwegs. Teilweise waren wir komplett alleine, teilweise mit maximal 2,3 anderen Seilschaften an der Wand so dass keiner den anderen im Weg stand.

 

 

 

 

Auch im Sektor Twin Cave haben wir einige sehr schöne Routen klettern können. Leider fiel zur späteren Stunde eine Gruppe unserer nördlichen Lieblingsnachbarn ein. Da uns deren großtuerisches Gehabe und Gerede ziemlich auf den Nerv ging und wir uns den bis dahin schönen Tag nicht verderben lassen wollten, zogen wir es vor, fluchtartig das Feld zu räumen. War auch besser so, den kurz darauf zogen dichte Wolken vom Meer herein und es begann leicht zu regnen.

 

 

 

 

 

Der Tag unserer Abreise brach an und an diesem Morgen trauten wir unseren Augen nicht.

SCHNEE! Schnee in Griechenland. Schnee bis hinunter ans Meer. Wo wir wenige Tage zuvor noch im T-Shirt und Spagetti- Leibchen die Sonne genossen haben, lag jetzt mehrere Zentimeter hoch die weiße Pracht. Macht nichts – wir mussten sowieso unsere Heimreise antreten.