Großes Fieberhorn 2276m

Großes Fieberhorn (2276 m)

Dieses Jahr führte uns die alljährliche herbstliche Kletterausfahrt ins Tennengebirge. Ausgehend vom Parkplatz Mahdegg oberhalb von Werfenweng stiegen wir in Richtung der Werfener Hütte auf. Nach etwa zwei Dritteln des Zustieges zweigten Christian und Reini in Richtung des Hiefelers ab. Das Ziel der beiden: die Route „Krabbelstube“ im Schwierigkeitsgrad IV-V in der Südwand des Berges. Der Rest von uns wanderte weiter geradeaus zum Fuße des Großen Fieberhorns und erreichte nach insgesamt 1 ½ Stunden den Einstieg der Route „Fun in the Sun“ (IV+/VA0). Hier machten sich zwei Seilschaften mit insgesamt 5 Schermberglern bereit zum Klettern, während mit Toni und Mario eine weitere Seilschaft noch 10 Minuten zum Beginn der Route „Werfener Traumpfad“ (VI+/VII-) ging und dort einstieg.

In der Route „Fun in the Sun“ bildeten Armin und ich heute die erste Seilschaft, dahinter folgten Sepp, Karl und Stefan in einer 3er-Seilschaft. Die ersten vier Seillängen kletterten wir noch im Nebel. Danach kam – passend zum Namen der Tour – zum ohnehin bereits vorhandenen Spaß am Klettern auch noch Sonnenschein dazu. Der tolle, überwiegend feste Fels und die relativ gute Absicherung bildeten weitere Zutaten für den Klettergenuss in den Platten und Wasserrillen des Großen Fieberhorns.

Den verhältnismäßig flachen Gratabschnitt zwischen dem Kleinen und dem Großen Fieberhorn nutzten wir für eine kurze Besprechung über den weiteren Verlauf der Tour. Schnell war ein Entschluss gefasst und wir setzten unseren Anstieg mit der Route „Panorama“ (V+A0) fort. Spektakuläre Tiefblicke bot der an den Grat anschließende, ausgesetzte und mit einem Fixseil versehene Quergang, der jedoch zugleich auch an den Kraftreserven zehrte. Am Ende des Querganges trafen wir wieder mit Toni und Mario zusammen, die den „Werfener Traumpfad“ erfolgreich durchstiegen hatten. Gemeinsam kletterten wir nun noch die verbliebenen zwei leichten und drei schwierigeren Seillängen der „Panorama“ und erreichten so zu siebt den Gipfel des Großen Fieberhorns. Hier gönnten wir uns eine Rast, freuten uns über die gelungenen Klettertouren und genossen die tolle Aussicht.

Über die Thronleiter stiegen wir zum Gasthof Mahdegg ab, wo wir diesen schönen Tag zusammen mit Christian und Reini bei Speis und Trank gemütlich ausklingen ließen.  

 Franz Kraxberger

 

 

Prielüberschreitung

10 auf einen Streich

Nach ein paar terminlichen Versuchen einigen wir uns heuer auf den 17.08.2019 für unsere große Tour im Toten Gebirge, die Prielüberschreitung.

Der Wecker läutet um 00:15 Uhr, nach einem kurzen Frühstück werden Stefan und Armin  abgeholt und wir starten nach Hinterstoder. Der Wetterbericht sagt nur Gutes für heute und die Buaberlsun scheint in voller Pracht.

Mit Stirnlampe starten um 2:00 Uhr Richtung Prielergut. Der Weg ist rutschig, die Bergschuhe von Stefan schwer und nach 3 Stunden am Kl. Priel sind nicht nur die Batterien der Lampe ausgebrannt. Stefan kehrt um. Wir genießen den Blick auf das nächtliche Hinterstoder und auf das erste Morgengrauen im Osten.

Für uns geht‘s zügig weiter, die ersten Kletterstellen werden gemeistert und die versicherte Abseilstelle überwunden. Zum Sonnenaufgang um 06:00 Uhr stehen wir am Schwarzkogel.  Handy und Fotoapparat sind im Dauereinsatz. Die Morgensonne färbt die Berge in wunderschöne Rottöne, ein Genuss für Herz in Seele.

Um 6:22 stehen wir beim neuen Gipfelkreuz des Wöchana, und 20 min später auf der Angelmauer. Die Kletterei am Grat ist wie immer ein Genuss. Nach dem Abstieg in die Krapfenscharte meistern wir den kleinen Kamin am Fuße der Teufelsmauer.

„Samma uns ehrlich, s’Lebn is herrlich“ diesen Spruch am Gipfelkreuz können wir nur bestätigen.

Wir liegen gut in der Zeit und beim Abstieg tauchen die ersten Gedanken auf, die Tour zu verlängern. Am Gipfel der Kirtagmauer beschließen wir, das Hohe Kreuz und den Zwilling noch mit zu machen. Das Hohe Kreuz mussten wir im Hin- und Rückweg zum Zwilling besteigen und damit haben wir vor dem krönenden Abschluss, dem Priel Nordgrat 9 Gipfel überschritten.

Die Wegfindung am Nordgrat ist wie immer schwierig, aber nach eineinhalb Stunden  Aufstieg von der Arzlochscharte stehen wir am 10ten und letzten 2000er, dem Gr. Priel. Der Ausblick vom Ötscher bis zum Großglockner ist unbeschreiblich.

Nach einer kurzen Einkehr im Schutzhaus geht’s mit aufgeladenen Batterien die letzten Höhenmeter hinunter in die Polsterlucke und mit dem Tälerbus (super Einrichtung) retour nach Hinterstoder.

Nach  14 Stunden und 2940 hm denken wir schon wieder ans nächste Jahr.

Armin und Karl 

Fotos

 

100 Jahre Linzer Weg

100 Jahre Linzer Weg durch die Schermberg-Nordwand

Anlässlich des heurigen Doppeljubiläums 90 Jahre Schermbergler und 100 Jahre Linzer Weg durch die Schermberg-Nordwand (4.7.1920 Erstbegehung durch die drei Kletterer Damberger, Karning und Steiger; 1. Winterbegehung durch den Schermbergler Karl Blach und Karl Lugmayer 30.12.1950 – 01.01.1951), machen wir uns zu sechst auf den Weg zum Einstieg. Dort werden die Helme aufgesetzt und die Klettergurte angezogen. Seile, Karabiner und Kletterschuhe bleiben vorerst jedoch noch im Rucksack, da der erste Abschnitt im 2. – 3. Schwierigkeitsgrat relativ weit in seilfreier Kletterei bewältigt werden kann.

Heuer wurde die Route fürs Jubiläum mit Bohrhaken versehen, sozusagen „herausgeputzt“, wofür wir den fleißigen Leuten recht dankbar sind. Die Wegfindung ist dadurch etwas einfacher, verlangt aber noch immer alpines Gespür. Absolute Trittsicherheit ist ebenfalls unabdingbar, um in einem Gelände, welches zeitweise steil und ausgesetzt ist, den Ausstieg „in einem Stück“ zu erreichen. Da der Fels zudem nicht immer bombenfest ist, bedarf es größter Sorgfalt, um mit lockeren Steinen nicht die Freunde zu verletzen.

Trotz dieser Widrigkeiten ist es aber natürlich ein tolles Erlebnis, als kleiner Mensch durch so eine große, imposante Wand (eine der höchsten der Ostalpen) zu steigen.

So erreichen wir zügig das große Schuttfeld. Nach diesem beginnt der schwierigere Kletterabschnitt, welcher mit 4+ bewertet ist. Nun ziehen wir auch die Kletterschuhe an und holen die Seile und das restliche Kletterzeug aus den Rucksäcken. Wir teilen uns in zwei Seilschaften zu je 3 Personen und dann sind wir auch bald mitten drinnen in Quergängen, steilen Rissen und plattigen Abschnitten. Wir empfinden es als sehr angenehm, dass es jetzt verlässliche Bohrhaken anstatt der alten „Rostgurken“ gibt.

Heute sind auch zwei unserer etwas älteren Schermbergler (75 und 72 Jahre) mit uns unterwegs. Von manchen Mitgliedern unseres Vereins wurde diese klassische Klettertour bereits bis zu 10-mal durchstiegen. Hochachtung vor dieser Leistung – zumal das Wetter nicht immer so perfekt mitgespielt hat wie bei unserer Begehung und der damals noch dürftigen Absicherung!

Bei uns passt heute aber alles optimal und wir genießen auf den Standplätzen die tolle Aussicht. Nach ca. 7 Seillängen erreichen wir wieder leichteres Gelände. Nun packen wir die Seile ein, wechseln zurück zu den Bergschuhen und steigen seilfrei im 2. – 3. Grad weiter bis zum Ausstiegsband hinauf. Über dieses wird dann nach rechts hinter dem Grat ein kleines Schuttkar erreicht, durch welches wir dann wir auf den letzten Kamm gelangen. Nun ist es bald geschafft und kurze Zeit später sind wir beim Gipfelzeichen angekommen, genießen die Rast mit herrlichem Rundblick und denken auch an die tolle Leistung der Erstbegeher vor 100 Jahren!

 

Franz Kraxberger

 

 

Nomen est Omen - Herbsttraum

 

Nomen est omen

Route Herbsttraum 5 

Am Kressenberg 2205 m

Nach der Forstraße und ca. 20 Minuten Aufstieg auf dem Weg zum Prielschutzhaus, lassen wir den Nebel unter uns und über uns gibt es den vom Wetterbericht versprochenen wolkenlosen Himmel! Nach ca. 2 Stunden sind wir bei der Hütte und ca. 1,15 Std. später beim Einstieg unserer heutigen Kletterroute. Stefan nimmt die erste Seillänge in Angriff und ein nasser Wasserstreifen ist etwas unangenehm, aber dann ist er drüber und beim Stand. Nach ein paar leichteren, nicht immer ganz festen Seillängen sind wir bei der tollen Plattenwand. Der Fels ist sehr gut, die Route gut abgesichert und das Wetter warm und sonnig--- ein Herbstraum! Außer uns ist nur eine Seilschaft weiter drüben in einer anderen Route unterwegs. Über eine Verschneidung gelange ich zu einem steilen, aber griffigen Riss ( hier sind leider nur etwas ältere Sanduhrschlingen), aber dann gibt es wieder 2  Bohrhaken und nach einer glatten Ecke bin ich bis zum Stand unter einem Überhang.  Stefan kommt nach und hat auch gleich ein paar Meter Plattenquergang und anschließend eine steile Rißverschneidung nach oben. Später nehmen die Schwierigkeiten ab und wir erreichen den Grat und kurz darauf den Gipfel. Wir genießen den herrlichen Tag, aber der Abstieg liegt noch vor uns und hier heißt es vorsichtig den verblassten Markierungen durch die Südflanke 1 -2  folgen um den ersten Abseilstand zu erreichen. Von dem großer Felsblock  der kurz vor unserem Abstieg genau über den Weg gedonnert ist, sehen wir zum Glück nur noch die Spuren!  Beim Abseilen ist es günstig ( ganz oben gibt es 2 Abseilstände) vom ersten Stand ca. 25 m  oder vom unteren Abseilpunkt ca. 15 m über einen Überhang hinunter auf eine Platte zu abzuseilen – hier nächster Standplatz ( damit sich das Seil beim Abziehen nicht so leicht verhängt); jetzt kommt man mit einem 55 m Doppelseil gut bis zum Wandfuß hinunter ( lt. Beschreibung gibt es auch Stände für 55 m Einfachseil, haben wir aber nicht alle gesehen). Als das Seil zuletzt abgezogen ist und bei uns liegt sind wir ganz relaxt und nach einer kurzen Rast steigen wir wieder ins Tal ab.

30.9. 2017    Stefan und Franz Kraxberger 

 

 

 

 

Kalbling 2196 m ( Gesäuse Steiermark)

Kalbling 2196 m ( Gesäuse Steiermark)

Südwand Waidhofenerweg 5 (4+A0 )

Wir marschieren von der Klinke-Hütte zum Fuß des Südgrates und rechts davon geht es über tlw. etwas unangenehmes Schrofengelände zum Einstieg unserer heutigen Route ( Bohrhaken). Nach einem kurzen Kamin folgt eine Verschneidung die zu einer Steilstufe führt. Etwas ausgesetzt, aber gut  mit einigen Haken abgesichert, geht es zum nächsten Stand. Durch eine starke Höhenströmung wechselt das Wetter heute rasch von wolkenlosem Himmel mit Sonnenschein, bis zu dunklen Regenwolken. Es folgen noch schöne, aber nicht ganz leichte Kletterstellen und bei der letzten Seillänge vorm Grat, gibt es schon etwas  Regen, aber als es richtig nass wird,  sind wir zum Glück schon in leichtem Gelände, geben das Kletterzeug in den Rucksack und sind 10 Minuten später am Gipfel. Wir steigen über den gemütlichen Normalweg ab und bereits eine halbe Stunde später scheint wieder die Sonne.

Zur Info: alle Stände und auch die Zwischenhaken sind gebohrt; einige Klemmkeile und Friends empfehlenswert 

 

Sommer 2017             Stefan und Franz Kraxberger 

Riffelkopf

Riffelkopf 2230m / NW-Wand 4+

Klettern im Massiv der Zugspitze

Vom Straßenende hinter Garmisch, gönnen wir uns heute eine Zustiegserleichterung und fahren mit der Zahnradbahn bis zur ersten Haltestelle hinauf und gehen von dort in ca. 1,15 Stunden zum Einstieg der Route mit dem etwas eigenwilligen Namen „die Maus, der Tiger und der Käfer“.

 Die erste Seillänge führt uns zu einem steilen, senkrechten Riss, welcher mit einem großen losen Block garniert ist. Vorsichtig schleichen wir daran vorbei und erreichen den schönen, plattigen Wandteil darüber. Der Fels ist fest, rauh und auch griffig, so wie man sich eine Genussroute in diesem Schwierigkeitsgrad vorstellt.

Da die Route auch gut mit Bohrhaken abgesichert ist, gibt es diesbezüglich auch keinen Stress. Der steile Wulst am Ende des Plattenpanzers, wird mit einem ca. 50 m langen Quergang nach rechts umgangen und von dort führt uns die letzte Seillänge hinauf zur Gipfelwiese.  Zum Glück hat das Wetter gehalten, da schon einige dunkle Wolken umherziehen und sich die Zugspitze bereits in Nebel gehüllt hat. 

 

 

Franz Kraxberger                        Sommer 2015

 

Jucaturm NW- Pfeiler

Jucaturm 2350 m / NW-Pfeiler 4

S-Tirol

Im Zuge eines  4-tägigen  Abstechers in  die Dolomiten,  besuchten wir auch  das Stevia Massiv oberhalb von Wolkenstein. Bei herrlichem Wetter marschierten wir gemütlich in ca. 1 Stunde zum Einstieg des „Hüttenpfeilers“.  In den ersten Seillängen gab es ab und zu noch etwas brüchige Passagen, danach wurde der Fels aber immer besser und wir näherten uns den schon von weit unten zu sehenden Felstürmen, von denen auch zwei überklettert werden.

Die Route ist mit Bohrhaken und Sanduhrschlingen ausgestattet und genussreich zu begehen.

 

Am Gipfel genießen wir noch das Dolomitenflair, bevor wir durch die steile Schroffenrinne absteigen.

 

Leonidio - Klettern in Griechenland

Klettern in GriechenlandLeonidio

Wenn das Wetter in Mitteleuropa nicht das tut was es soll, nämlich schneien, muss man sich zwangsläufig um Alternativen umsehen. Wenn schon nicht Schifahren, dann eben klettern. Daher ab in den Süden – Flug nach Athen, weitere 3 Stunden Autofahrt bis Leonidio und Sonne sowie Felsen genießen.


Der kleine Ort und die darüber aufragenden Felswände werden oftmals als neues Kalymnos gepriesen. Nun, ganz so ist es noch nicht, aber das Kletterpotenzial ist durchaus beeindruckend. In den letzten 3-4 Jahren sind hier einige hundert Routen geschaffen worden und es sind immer noch genügend Möglichkeiten vorhanden, damit weitere Klettergenerationen ihrem Erschließerdrang nachgehen können.

Erfreulicherweise beschränken sich die einzelnen Sektoren nicht nur auf „Hardcore- Routen“. In den meisten gibt es mehr als ausreichend „leichte“ Seillängen, die auch den gemäßigten Kletterern (und –Innen) genügend Betätigung für mehrere Tage bieten.

 

 

 

Rock Spot, Douvary und Aresos gehörten zu unseren Lieblingsgebieten. Allesamt von den Brüdern Remy eingebohrt und hervorragend gesichert. Und das besonders schöne daran – es waren fast keine anderen Leute unterwegs. Teilweise waren wir komplett alleine, teilweise mit maximal 2,3 anderen Seilschaften an der Wand so dass keiner den anderen im Weg stand.

 

 

 

 

Auch im Sektor Twin Cave haben wir einige sehr schöne Routen klettern können. Leider fiel zur späteren Stunde eine Gruppe unserer nördlichen Lieblingsnachbarn ein. Da uns deren großtuerisches Gehabe und Gerede ziemlich auf den Nerv ging und wir uns den bis dahin schönen Tag nicht verderben lassen wollten, zogen wir es vor, fluchtartig das Feld zu räumen. War auch besser so, den kurz darauf zogen dichte Wolken vom Meer herein und es begann leicht zu regnen.

 

 

 

 

 

Der Tag unserer Abreise brach an und an diesem Morgen trauten wir unseren Augen nicht.

SCHNEE! Schnee in Griechenland. Schnee bis hinunter ans Meer. Wo wir wenige Tage zuvor noch im T-Shirt und Spagetti- Leibchen die Sonne genossen haben, lag jetzt mehrere Zentimeter hoch die weiße Pracht. Macht nichts – wir mussten sowieso unsere Heimreise antreten.